Bei der Berechnung von Transportkosten spielen die unterschiedlichsten Faktoren eine Rolle. Um hier den Überblick zu wahren und bei der Beauftragung von Transporten eine realistische Preiserwartung zu ermitteln, ist es sinnvoll, sich die unterschiedlichen Dynamiken dieser Faktoren vor Augen zu führen.

Zweigeteilte Straße mit Winter und Sommer.

Während manche Posten in der Kalkulation feste, unveränderliche Größen darstellen, sind andere variabel und unterliegen mitunter nur schwer vorhersehbaren Einflüssen.

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Grob einteilen lassen sie sich die Transportkosten daher in

  1. statische
  2. mäßig dynamische
  3. stark dynamische Faktoren.

Zu den statischen Faktoren der Transportkosten zählen vor allem das Gewicht einer Ladung sowie die Strecke, die für den Transport von Gütern zurückgelegt werden muss. Gäbe es nur diese beiden statischen Kostenpunkte, wäre die Preiskalkulation im Transportgewerbe denkbar einfach und frei von Überraschungen. Auch die nächste Gruppe von Faktoren bietet noch relativ hohe Planungssicherheit, zumindest im mittelfristigen Bereich. Zu ihnen zählen

Die mäßig dynamischen Kosten können sich im Laufe eines Jahres zwar als Preistreiber erweisen (was laut einer Erhebung des DSLV im Jahr 2015 der Fall war), doch lassen sich diese Faktoren meist noch recht gut kalkulieren, da etwa die Anhebung von Löhnen und Mautgebühren stets einen gewissen Vorlauf haben.

Genau dieser Vorlauf fehlt den stark dynamischen Faktoren der Transportkosten:

Die Grenze zwischen mäßiger und starker Dynamik ist naturgemäß fließend. Wo genau die einzelnen dynamischen Kostenfaktoren zu verorten sind, hängt vom jeweiligen Zeitpunkt der Angebotsanfrage ab. Die Aufteilung dient hier vor allem der Veranschaulichung des Problems sowie als Fingerzeig auf dessen Lösung (weiter unten).

Die dynamischen Faktoren der Transportkosten verhindern generalisierte Angebote

Die Anfahrt zur Beladestelle und nach der Entladung zum nächsten Kunden verursacht Leerkilometer. Alle an der Supply Chain Beteiligten würden solche Leerfahrten am liebsten vermeiden, da sie schlicht unproduktiv sind. Im Idealfall sollte jeder zurückgelegte Kilometer einem Transport dienen. In der Realität kommt es jedoch zwangsläufig zu Orten, an denen mehr Transporte starten als enden (daher auch "Quellen" genannt) und umgekehrt zu Orten und Regionen, in denen mehr Transporte enden als starten (den "Senken"). Ein guter Disponent kennt diese Quellen und Senken und versucht sie - so gut es geht - miteinander in Einklang zu bringen. Ebenfalls zu berücksichtigen hat er jahreszeitlich bedingte Spitzen etwa vor Feiertagen.

Einer eigenen Konjunktur unterliegt auch der Bedarf an unterschiedlichen LKW-Typen. Spezielle LKW-Typen wie Jumbo-Gliederzüge, Gigaliner oder LKWs mit eigenem Ladekran sind seltener als die verbreiteten Planensattelzüge. Werden die Spezialtransporter zu bestimmten Zeiten häufiger nachgefragt, schlägt sich das auf ihre Verfügbarkeit sowie die Anfahrtswege aus – mit entsprechenden Folgen für die Transportkosten. Auch die Kurzfristigkeit von Buchungen ist preisrelevant: Bei kurzfristigen Buchungen verringert sich der Stamm von LKWs, die diesen Transport fristgerecht durchführen können. Entsprechend gilt umgekehrt, dass bei regelmäßigen Transporten und Kunden mit hohem Transportvolumen Kapazitäten optimal geplant und ausgelastet werden können – was sich in niedrigen Preisen widerspiegelt.

Die Transportkosten sind mithilfe digitaler Technik leichter ausrechenbar

Aus den genannten Punkten dürfte klargeworden sein, weshalb eine einfache Matrix aus zurückgelegten Kilometern und Gewicht der Güter nicht ausreicht, um Transportkosten adäquat zu errechnen. Erst wenn alle Faktoren, auch die stark dynamischen miteinbezogen werden, lässt sich ein Transportangebot einholen, das fair und optimal für Frachtführer wie Verlader ist. Nötig dafür ist, Informationen zu den Kostenfaktoren schnell und gezielt zu erhalten. Dies gilt vor allem für die dynamischen Transportkosten. Eine Software wie sie von der digitale Spedition Frachtraum bereitgestellt wird, bietet genau das: Sie ermöglicht allen an der Supply Chain Beteiligten, Informationen zeitnah einzugeben und abzuholen. Transporte können so effizient und schlank gestaltet und die Transportkosten optimal berechnet werden.