Der digitale Frachtbrief steht sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland noch immer vor rechtlichen Hindernissen. Technisch dagegen ist seine Umsetzbarkeit längst gegeben. Als digitale Spedition bietet Frachtraum den E-Frachtbrief daher auch bereits an. Alle für den Frachtbrief benötigten Dokumente können komplett digital und papierlos eingestellt, bearbeitet und archiviert werden.
Würde der Güterverkehr in Deutschland komplett auf diese elektronische Form umstellen, ließen sich jährlich dreistellige Millionenbeträge einsparen. Nicht zuletzt würde sich auch die Umwelt über Papiereinsparungen freuen.

Trotz all dieser Vorteile lässt die flächendeckende Einführung des e-CMR in Deutschland und Europa noch immer auf sich warten.

Auch vom Papierkrieg frustriert? Frachtraum bietet ihnen die Möglichkeit, Frachtbriefe papierlos abzuwickeln. READMORE Der digitale Frachtbrief von Frachtraum macht Schluss mit der Zettelwirtschaft. Photo by gratisography.com

In diesem Artikel erfahren Sie:

Die Idee des Frachtbriefs

Wenn Güter auf die Reise geschickt werden, ergeben sich daraus gleich mehrere verwaltungstechnische und rechtliche Fragen. Wer ist der Absender? Wem wurde der Transport der Waren anvertraut (sprich: wer ist der Frachtführer)? Um was für ein Gut handelt es sich? Welche Menge und welches Gewicht hat die Fracht? Gilt es, beim Transport besondere Vorschriften zu beachten, handelt es sich z.B. um Gefahrgut? Wer ist der Empfänger? Und vieles mehr.

In Deutschland regelt § 408 des Handelsgesetzbuches, welche Angaben der Frachtführer beim Ausstellen des Frachtbriefes einfordern kann. Im internationalen Straßengüterverkehr wird ein CMR-Frachtbrief benötigt. CMR ist die Abkürzung für das französische "Convention relative au contrat de transport international de marchandises par route", übersetzt: "Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr."

Die Idee des Frachtbriefs ist es, den Transport von Gütern einfach, zugleich aber auch überprüfbar und rechtssicher zu machen. Rechtssicherheit schaffen die Frachtbriefe zwar, mit der Vereinfachung der Abläufe indes hapert es – zumindest bei den analogen CMR. Üblicherweise müssen Frachtbriefe mit vier Durchschlägen erstellt werden. Ein Exemplar bleibt beim Absender, eines wird dem Frachtgut beigelegt. Den dritten Durchschlag erhält der Frachtführer, der vierte ist für den Zoll oder eine andere Behörde.

Vorteile des digitalen Frachtbriefs

Nicht nur das Erstellen dieser analogen Dokumente, auch ihre Verteilung sowie Archivierung (für Frachtbriefe gilt eine Aufbewahrungsfrist von 6 Jahren, für Rechnungen sind es 10 Jahre) kosten viel Zeit und Personal. Schätzungen zufolge werden pro Frachtbrief 4 Euro eingespart, wenn statt der analogen Papier-Dokumente digitale CMR treten.

Das Ausstellen der für den Frachtbrief benötigten Dokumente benötigt zwar noch in etwa die gleiche Zeit wie die analoge Variante, Versand und Archivierung hingegen werden erheblich erleichtert. Bei geschätzten 150 Millionen auszustellenden Frachtbriefen im Jahr, läge das Einsparpotenzial allein in Deutschland bei 600 Millionen Euro.

Die flächendeckende Einführung eines elektronischen Frachtbriefs schafft zudem Schnittstellen zu anderen digitalen Systemen, sodass sich der Frachtbrief gewissermaßen in beliebige Richtungen erweitern lässt. In seiner elektronischen Variante ist der Frachtbrief kein isoliertes Dokument mehr, sondern Teil der digitalen Dokumentation eines Gütertransportes. Das digitale Transport-Journal von Frachtraum beantwortet nicht nur die gängigen Fragen zur Fracht nach Absender, Ware, Frachtführer und Empfänger. Es bietet auch die Möglichkeit, Schäden am Frachtgut in Echtzeit zu dokumentieren. Bei einem Unfall oder bei Verspätungen kann so rascher für Ersatz der benötigten Lieferung gesorgt werden.

Die zögerliche Einführung des digitalen Frachtbriefs

Trotz der unübersehbaren Vorteile läuft die flächendeckende Einführung des E-Frachtbriefs bislang nur sehr zaghaft an. Im Wesentlichen verantwortlich dafür sind die folgenden vier Punkte – für die Frachtraum jedoch schon heute Antworten bietet:

  1. Die Einführung des e-CMR ist anfänglich mit Investitionen in Technik verbunden. In welche Technik investiert werden soll, ist aufgrund fehlender Standards bislang oft nur schwer zu entscheiden.

  2. Frachtraum bietet mit seiner selbstentwickelten App dafür eine einfache und sich in der Praxis schon aktuell gut bewährende Technik an. Wer seine Transporte über Frachtraum abwickelt, muss sich also schon heute keine Gedanken mehr darüber machen, in welche Technik zu investieren ist. Mit Frachtraum erhalten Sie die Vorteile des digitalen Frachtbriefs kostenfrei.

  3. Es fehlen verbindliche Standards für alle, die Zugriff auf den digitalen Frachtbrief nehmen müssen – und das sind recht heterogene Interessensgruppen. Sowohl Auftraggeber als auch Empfänger und nicht zuletzt Kontrollbehörden wie Zoll und Polizei müssen in der Lage sein, diese E-Frachtbriefe einzusehen, zu überprüfen und zu bearbeiten.

  4. Diese Herausforderung kann letztlich nur die öffentliche Hand aus dem Weg räumen. Frachtraum setzt mit seiner Technik hier aber schon einmal Maßstäbe und zeigt die Vorteile der digitalen Dokumentenverwaltung auf.

  5. Bislang fehlen verbindliche Regelungen zur Datensicherheit, was die Vorbehalte hinsichtlich der Investitionskosten weiter bestärkt.

  6. Alle Dokumente werden von Frachtraum mit einem digitalen Stempel versehen und so beglaubigt. Unsere Datensysteme sind zudem mehrfach gegen Angriffe Dritter gesichert.

  7. Die Rechtssituation ist sowohl in Deutschland als auch international noch gespickt mit vielen Unklarheiten.

  8. Für Verkehre innerhalb von Deutschland kann der elektronische Frachtbrief von Frachtraum schon heute problemlos eingesetzt werden. Alle Beteiligten haben jederzeit online Zugriff zu den Papieren. Sollten Behörden Einblick in die Dokumente nehmen wollen, bleibt derzeit nur, sie für diesen Bedarfsfall auszudrucken.

Rechtliche Hürden

Die bislang zögerliche bis mangelnde Akzeptanz des e-CMR hängt u.a. an der nach wie vor ungeklärten Rechtslage. Im schon oben erwähnten § 408 HGB findet sich zwar bereits seit 2013 der Hinweis (in Abs. 3), dass "dem Frachtbrief eine elektronische Aufzeichnung gleichgestellt" sei.

"Einzelheiten der Ausstellung, des Mitführens und der Vorlage eines elektronischen Frachtbriefs sowie des Verfahrens einer nachträglichen Eintragung in einen elektronischen Frachtbrief" sind laut HGB jedoch in einer Rechtsverordnung zu regeln. Genau diese gibt es bislang aber nicht. Anders formuliert: der E-Frachtbrief ist zwar vom Gesetzgeber schon an-, aber eben noch nicht so ganz zu Ende gedacht. Etwas spitzer formuliert: der deutsche Gesetzgeber träumt zwar schon mal vom digitalen Frachtbrief, verweigert aber die Auskunft darüber, wie dieser Traum in der Realität umzusetzen ist.

Auch auf internationaler Ebene gibt sich der deutsche Gesetzgeber schläfrig. Schon 2008 wurde das CMR-Abkommen (ursprünglich von insgesamt 56 Staaten unterzeichnet) durch ein Protokoll erweitert, das die Weichen für einen e-CMR im grenzüberschreitenden Straßengüterverkehr stellt. Dem am 5. Juni 2011 ratifizierten Protokoll traten bislang lediglich 12 Staaten bei: Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Estland, Frankreich, Lettland, Litauen, Niederlande, Slowakei, Spanien, Österreich sowie Slowenien. Dass sich Deutschland baldmöglichst zu diesem Club gesellen sollte, steht für die Vertreter der deutschen Transportverbände BGL und DSLV außer Frage. Sie fordern eine schnellstmögliche Ratifizierung des Protokolls und Einführung des e-CMR.

Technische Voraussetzungen

Zu den rechtlichen Hürden gesellen sich technische Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der digitale Frachtbrief sich auch in der Praxis bewährt. Ein einfaches PDF reicht dafür erkennbar nicht aus. Der e-CMR muss

Authentizität und Richtigkeit analoger Papiere werden klassischerweise durch Stempel beglaubigt. In der digitalen Welt gibt es dafür u.a. digitale Signaturen (Stempel), deren Prüfung über Zertifizierungsanbieter laufen kann. Zukünftig interessant wird hier aber auch die im Rahmen der digitalen Währung Bitcoin entwickelte Blockchain-Technologie. Blockchains sind letztlich so etwas wie Datenbanken, auf denen der Ursprung eines Dokuments revisionssicher festgehalten und Änderungen sowie Ergänzungen des Dokumentes in Echtzeit aufgezeichnet werden.

Derzeit laufen Versuche mit dem e-CMR im französisch-spanischen Grenzverkehr

Zwischen Huelva (Spanien) und Perpignan (Frankreich) läuft bis Ende 2017 ein Testlauf für den e-CMR. Noch muss auf die Auswertung gewartet werden. Die Signale deuten jedoch auf einen erfolgreichen Testlauf hin. An diesem Versuch beteiligt sind neben anderen auch die Betreiber von TransFollow aus den Niederlanden. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss des Frachtführerverband TLN mit der Verladeorganisation EVO. Unter dem Label TransFollow wurde ein Standard für E-Frachtbriefe entwickelt, der auf Hollands Straßen bereits eingesetzt wird.

Ähnlich wie Frachtraum schufen die Holländer dafür eine Plattform. Auf dieser können Daten betriebsübergreifend ausgetauscht, mit digitalen Unterschriften versehen und der Status der Sendung in Echtzeit verfolgt werden. Ein Nachteil der App von TransFollow ist aus unserer Sicht allerdings, dass sie lediglich für Absender und Empfänger von Gütern gedacht ist. Frachtführer bleiben außen vor. Wichtige Funktionen wie die Möglichkeit, in Echtzeit über den Status der Fracht zu informieren, können so nicht genutzt werden.

Fazit

Der digitale Frachtbrief spart Personal und viel Zeit. Statt auf die flächendeckende Einführung zu warten, geht Frachtraum voran und bietet schon heute die Möglichkeit, im Rahmen der papierlosen Dokumentation auch alle für die Frachtbriefe notwendigen Dokumente vollständig digital abzuwickeln. Dank App funktioniert das auch von unterwegs aus problemlos. Für internationale Verkehre müssen die entsprechenden Papiere (CMR) derzeit noch ausgedruckt vorliegen. Das Beispiel Frachtraum zeigt jedoch, dass dieser Papierkrieg im Grunde schon heute obsolet ist. Es ist an der Zeit, dass dies auch Behörden und Gesetzgeber anerkennen und noch bestehende rechtliche Lücken endlich schließen.