Ob Frachtenbörse, Laderaumbörse, Transportplattform oder digitale Spedition – im Straßentransport gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Anbietern. Sie alle konkurrieren darum, Waren zu versenden und Ladekapazitäten möglichst gut auszuschöpfen. Für Verlader wie Frachtführer ist dabei auf den ersten Blick nicht auszumachen, was diese Anbieter unterscheidet. Welche Vorteile hat eine Frachtenbörse? Was sind ihre Nachteile? Und was leistet eine digitale Spedition, was eine klassische Spedition nicht zu bieten vermag?

Industrie bei Sonnenaufgang

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Wie unübersichtlich der Markt an Transportlogistik-Dienstleistern geworden ist, veranschaulicht auch die Vielzahl der Bezeichnungen: Mal ist von einer Frachtbörse, mal von einer Frachtenbörse, dem Fracht- und Laderaumausgleichssystem oder der Laderaumbörse die Rede. Auch Begriffe wie Transportbörse, Transportmarktplatz, Transportplattform, Logistikbörse oder Logistikplattform werden verwendet. Für einen Vergleich bietet es sich an, einander ähnliche Dienstleistungen unter jeweils einen Oberbegriff einzusortieren. Drei verschiedene Typen von Transportlogistik-Dienstleistern fallen ins Auge:

Leistungen einer klassischen Spedition

Die Aufgaben und Leistungen einer klassischen Spedition haben sich im Lauf der Zeit immer wieder verändert. Im engeren Sinn besorgen Speditionen gegen ein Entgelt die Versendung eines Frachtgutes. Sie übernehmen dabei die Verantwortung für die

Klassische Speditionen bestimmen also zunächst, mit welchem Transportmittel (zum Beispiel: welcher Art von Lkw) sie die Ladung auf welcher Wegstrecke zum Ziel bringen. Sie beauftragen entweder eigenständige Frachtführer oder besorgen den Transport im Selbsteintritt, werden also selbst zum Frachtführer. In beiden Fällen bleibt die klassische Spedition für die Organisation und erfolgreiche Abwicklung des Transportes voll verantwortlich. Ihr Auftrag endet nicht mit der termingerechten Ablieferung der Ladung, sondern schließt auch die Sicherung von Schadensersatzansprüchen mit ein. Eben diese Sicherung macht die klassische Spedition für Verlader so interessant.

Der Nachteil der klassischen Spedition ist der hohe bürokratische Aufwand, der notwendig ist, damit der volle Leistungsumfang wirksam werden kann. Etliche Papiere müssen unterschrieben und hin- und hergeschickt werden, ehe der Speditionsvertrag in Kraft tritt. Im regelmäßigen Ladungsverkehr lässt sich dieser hohe Aufwand durch Routine-Abwicklungen noch rechtfertigen. Jedoch sorgen schon kleinste Änderungen (etwa der Lademenge) für neue Probleme. Ehe ein Transport geordert ist, vergehen daher oft Stunden.

Ähnlich unflexibel ist auch die Kommunikation zwischen den Parteien, die am Transport beteiligt sind. Während Frachtführer und klassische Spedition meist in engem Kontakt stehen, kommuniziert der Verlader oft nur über den Umweg der Spedition mit dem Frachtführer. Ob es zu Terminschwierigkeiten oder anderen Problemen mit seinem Transport gekommen ist, erfährt der Verlader oft mit erheblichen Verzögerungen – das macht es nahezu unmöglich, rasch zu reagieren und kurzfristig umzudisponieren.

Vor- und Nachteile einer Frachtenbörse

Die Idee der Frachtenbörse ist, Über- oder Unterkapazitäten im Frachtverkehr zu minimieren. Spediteure makeln untereinander Über- und Unterkapazitäten (daher stammt auch die verbreitete Beschreibung der Frachtenbörsen als “ebay Kleinanzeigen der Speditionen”). Im Gegensatz zur klassischen Spedition übernimmt eine Frachtenbörse keine Verantwortung für den Transport.

Das birgt gerade für den Verlader etliche Risiken. Immer wieder wird von Kriminellen auf Frachtenbörsen berichtet, die mitsamt Ladung auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Mit gefälschten Papieren oder dem Kauf insolventer Frachtunternehmen ergaunern sich solche Betrüger den Zugang zu Frachtbörsen. Zwar prüfen gerade die großen Frachtbörsen Frachtführer, ehe diese auf die Plattform dürfen – letztlich übernehmen sie im Schadensfall jedoch keine Haftung.

Die digitale Spedition als Weiterentwicklung klassischer Speditionen

Transportplattformen wie Frachtraum vereinen die Vorteile der klassischen Spedition mit digitalen Features wie Echtzeit-Tracking, automatischen Status-Updates sowie einer Kommunikation, die es allen Beteiligten (Verlader, Frachtführer und digitale Spedition) ermöglicht, zu jeder Zeit über alle Vorgänge informiert zu sein und Informationen ohne Zeitverzögerung zu übermitteln. Wie eine klassische Spedition übernimmt die digitale Spedition dabei die Verantwortung für den gesamten Transport.

Bürokratische Abläufe, die bei der klassischen Spedition viel Papier und Zeit kosten, sind in der digitalen Spedition digitalisiert. In einem Dashboard werden alle Unterlagen an einem (digitalen) Ort abgelegt. Das lästige Hin- und Herschicken von Dokumenten entfällt. Wird ein Transport von mehreren Mitarbeitern abgewickelt, finden diese ohne Übergabe alle Vorgänge übersichtlich geordnet im Dashboard vor. Mit nur wenigen Klicks können Änderungen am Auftrag vorgenommen werden, die automatisch an alle Beteiligten gesendet werden.

Verlader können den Transport in Echtzeit tracken, wissen also zu jedem Zeitpunkt darüber Bescheid, wo sich ihre Ladung befindet. Sollten dennoch Fragen auftauchen, steht bei der digitalen Spedition ein telefonischer Support zur Verfügung: Die digitale Technik soll Prozesse erleichtern und beschleunigen, nicht aber den Menschen ersetzen.

Zusammengefasst: Die digitale Spedition vermeidet die Nachteile der Frachtenbörse. Sie übernimmt die Vorteile der klassischen Spedition und bindet diese in eine effizientere, digitale Struktur ein.