Im Kampf um die Talente und besten Köpfe führt an digitaler Logistik kein Weg vorbei. Bereits im Jahr 2020 werden über 50% der Arbeitnehmer der Millenial-Generation (geboren ab 1980) angehören. Dieser demografische Wandel wird sich auf alle Bereiche von Unternehmen auswirken – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Transportbranche. Millenials sind die erste Generation, die mit Internet und Cloud-Services aufgewachsen sind – und damit hohe Ansprüche an den Einsatz von digitalen Tools im Arbeitsalltag stellt.

Im Privatleben ist Amazon ihr Kaufhaus, Spotify ihr Plattenladen und Netflix ihre Videothek: Durch die ständige Interaktion mit digitalen Services entsteht eine eigene Erwartungshaltung an betriebliche Prozesse hinsichtlich Geschwindigkeit und Unmittelbarkeit.

Millenium Falcon

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Es verwundert nicht, dass laut der PWC-Studie “Millennials at Work Reshaping the Workplace” 59% der Millenials bei der Auswahl ihres Arbeitgebers die Einstellung von Unternehmen zu Technologie mit in Betracht ziehen. Über 40% denken sogar, dass die Vorteile von digitalen Technologien in ihren Unternehmen und bei ihren Vorgesetzten nicht vollständig verstanden werden – und fühlen sich durch alteingesessene Arbeitsprozesse eingeschränkt. Anders ausgedrückt: Wer es gewohnt ist, mit Hilfe einer App sein Essen innerhalb von Sekunden zu bestellen, hat wenig Verständnis dafür, dass betriebliche Prozesse und Arbeitsschritte immer noch so ausgeführt werden, wie es ihre Mütter und Väter gelernt haben.

Im kommenden "War of Talents" führt an digitaler Logistik kein Weg vorbei

Die digitale Affektion der Millenial-Generation wird auch die Logistik- und Versandabteilungen in Industrie und Handel merklich verändern – und neue Anforderungen an Logistikdienstleister stellen. So wollen laut einer Umfrage von Freightos 70% der Millenials, die aktuell in der Logistik beschäftigt sind, ihre Transporte online buchen. 83% verlangen sogar Real-Time-Tracking. Alle Parteien, die an Straßengütertransporten beteiligt sind, müssen sich bemühen, den Anforderungen von Echtzeit-Informationen und kompletter Transparenz gerecht zu werden, kommen also an einer digitalen Logistik im Grunde schon heute nicht mehr vorbei.

Zur Umstellung auf eine digitale Logistik gehört auch eine transparente Preissetzung: Schließlich zeigt Expedia auch sofort an, zu welchem Preis eine Reise bei welchem Anbieter gebucht werden kann. Wie im B2C-Bereich müssen Transportpreise sofort verfügbar sein. Stunden- oder gar tagelanges Warten auf Preisangebote wird nicht mehr akzeptiert – und diese Ungeduld teilen die Millenials längst auch mit allen früher Geborenen, die sich an die Vorzüge digitaler Prozessabläufe gewöhnt haben. Die unmittelbare Preisberechnung ist eines der Merkmale digitaler Logistik-Angebote, bei denen Transporte nicht am Telefon, sondern online gebucht werden.

Nur digitale Logistik gewährleistet Arbeitsweisen, die Mitarbeiter als zeitgemäß empfinden

Zusätzlich muss der Transport komplett nachverfolgbar sein: Live-Tracking, Belade- und Lieferavis, Schadensfotos, Transportdokumente und weiteres muss sofort und jederzeit einsehbar sein. Wenn man es gewohnt ist, jedes DHL-Paket von der Versendung bis zur Auslieferung nachverfolgen zu können, ist es nicht nachvollziehbar, wieso das bei Straßengütertransporten und den schon heute bestehenden Möglichkeiten digitaler Logistik nicht möglich sein soll.

Eine der vorrangigen Aufgaben von Spediteuren – neben der Organisation von Transporten – wird es zukünftig sein, diese Informationen ihren Kunden in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Versendenden Unternehmen bieten sich so Chancen, ihre Logistik ohne große interne Anpassungsprozesse zu digitalisieren und von Effizienzgewinnen zu profitieren. Gleichzeitig steigert der Einsatz digitaler Logistik und Tools die Attraktivität als Arbeitgeber für Millenials und wird so zu einem entscheidenden Vorteil im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter.